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Das Gesetz des Karma
Aus The Hindu Way of Awakening
von Swami Kriyananda

Karma ist ein Gesetz, das sowohl die natürliche Ebene an evolutionärer Entwicklung eines Menschen bestimmt, als auch seine tatsächliche Position in der Gesellschaft. Karma ist ein universelles Gesetz und geht Hand in Hand mit dem Gesetz der Reinkarnation. Obwohl Karma oft dahingehend missverstanden wird, ist es nicht die Lehre göttlicher Strafe für von uns verübtes Fehlverhalten. Es ist ganz einfach das Gesetz von Ursache und Wirkung auf sehr viel subtileren Ebenen, als der, auf der die Gesetze der Physik arbeiten, wenn auch diese Gesetze dazugehören. Karma umfasst jede Handlung, jeden Gedanken, jedes Gefühl im Universum. Karma zieht die Art von Schwingungen an Energie zu uns, die wir selbst ausgestrahlt haben.

Die moderne Physik hat uns karmische Prinzipien, wie sie auf materieller Ebene zutreffen, bewusst gemacht: Gleiches zieht Gleiches an, zum Beispiel, und dass jede Handlung eine gleiche und entgegengesetzte Reaktion anzieht. Karma ist auch der Magnetismus, der von der Energie, die wir ausstrahlen, erschaffen wird.

Da jede unserer Handlungen und Wünsche an Egobewusstsein geknüpft ist, dreht sich die von ihnen geschaffene Energie wie ein Strudel um den Gedanken: „Ich bin. Ich will. Ich bin der Handelnde. Ich bin der Besitzer. Ich bin derjenige, der betroffen ist.” Dieser Strudel von Energie sammelt sich in der Wirbelsäule auf einer bestimmten Ebene an, je nachdem ob er sehr materiell, oder großzügig, oder spirituell erhebend ist. Wenn sich die Gelegenheit zur Erfüllung eines Wunsches bietet, oder für die Bumerang-Erfüllung einer Tat, wird die Energie in diesem Strudel freigesetzt und zieht auf das Ego seine eigenen natürlichen Konsequenzen heran.

Saraswati Menschen „arbeiten” ihr Karma nicht , wie sich viele vorstellen, allein durch ihre Handlungen ab. Der Ladeninhaber, der seinen Mangel an spiritueller Ausrichtung mit der Erklärung entschuldigt: „Ich bin ein Karma Yogi.” (Einer, der die Erleuchtung auf dem Pfad selbstlosen Dienstes sucht) täuscht sich nur selbst. In Wirklichkeit ist er ein „Karmi” (einer, der in egomotivierten Aktivitäten lebt). Karma wird durch rechtes Handeln abgearbeitet, und besser noch, durch ein Darbringen der im Unterbewusstsein vergrabenen Impulse hinauf in den befreienden Einfluss des Überbewusstseins. Während die meisten Menschen, da sie nichts von ihren unterbewussten Impulsen wissen, dieses Ende nicht willkürlich herbeiführen können, kann man dies erreichen, indem man Energie und Hingabe in der Wirbelsäule hinauf zum Gehirn fließen lässt, und ein Herunterfließen von Gnade von oben erbittet und erhält. . . .

Die Lebensumstände eines Menschen werden von seinem Karma bestimmt. Je nach der Energie, die er durch die Art seines Lebensstils im letzten Leben erschaffen hat, zieht er „Glück” oder „Unglück” an, wie er es vielleicht nennen wird: Elend oder Reichtümer, gute oder schlechte Gesundheit, zerrüttete oder harmonische Umgebungen. Die Anziehung des Karmas sorgt vielleicht dafür, dass er in eine einfache Bauernhütte geboren wird, oder in die große Villa eines reichen, aber selbstsüchtigen Händlers, oder in den Palast eines wohlmeinenden Herrschers, oder in das einfache Haus ernsthaft spirituell suchener Menschen. Er selbst hat diese äußeren Umstände bestimmt. Aber der Prozess ist keinesfalls einfach und klar. Geburt in das Heim eines Händlers kann zum Beispiel aufgrund der gemeinsamen Liebe zu friedlichen Umgebungen kommen, und nicht weil er selbst einen kaufmännischen Hang hat.

Ganz gleich, wo und wie wir in diesem Leben geboren werden, so bestimmen wir doch zu einem gewissen Grad selbst, was wir aus diesem Leben machen. Der einfache Landjunge wird vielleicht, wenn er hart arbeitet, ein Bauer werden. Wenn es sein Karma – und das der anderen – erlaubt, wird er vielleicht sogar ein Herrscher, oder ein Heiliger und Yogi. Aber wenn Karma aus der Vergangenheit seinen Willen überschattet, verspürt er wahrscheinlich nicht einmal den Wunsch, zu der ersten Ebene des Bauern aufzusteigen.

Unter allen Bewohnern der Erde haben allein die Menschen den freien Willen, durch eigenes Bemühen spirituell aufzusteigen. Aus diesem Grund legen die hinduistischen Lehren so großen Wert auf persönliche Initiative.

(The Hindu Way of Awakening, Crystal Clarity Publishers)

 

Durch viele Leben

Durch viele Leben trank ich den Kelch des Lachens,
Niemand kann sagen, wieviel Frohsinn ich empfand.
Die Sterne im unendlichen Himmel,
könnte man sie zählen, es wären Billionen:
Doch so groß auch ihre Zahl ist,
So viele Jahre wanderte ich weit entfernt von Dir.

Durch viele Leben trank ich den Kelch des Kummers,
Niemand kann sagen, wieviele bittere Tränen ich vergoss.
Die Tropfen in der endlosen See,
Könnte man sie zählen, es wären Billionen:
Doch so groß auch ihre Zahl ist,
So viele Jahre wanderte ich weit entfernt von Dir.

In unzähligen Leben suchte ich nach Deinem Kelch der Süße;
Fand andere und dürstete immer mehr.
Die Flüsse in den Hügeln der Zeit
Fanden alle ihren Weg in eine Wüste.
Jeder Mittag heller Erfüllung
Sank Stunden später schon in Abenddunkel.

Ich sehne mich nach Dir im Sommer wie im Winter,
Allein nach Dir dürstet mein Herz Tag und Nacht.
Ich lernte, dass die lieblichsten Lieder,
Die Ohren jemals hörten, allein Dein Echo waren.
Herr, erfülle mich endlich vollständig,
Damit ich nie mehr fern von Dir wandere!


 
  
 
  

 

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