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Swami KriyanandaMaterieller Erfolg durch Prinzipien des Yoga

von Swami Kriyananda
direkter Schüler von Paramhansa Yogananda

Die Menschen haben aufgrund früher erworbener Gewohnheiten und spezifischer Umwelteinflüsse ein Verlangen nach unterschiedlichen Dingen, nach Geld, Ruhm oder Spiritualität. Daher ist das Leben der Menschen im Westen und auch im Osten einseitig. Der Osten hat eher spirituelle Neigungen und der Westen mehr materielle. Der Mensch kann weder mit nur spirituellen Doktrinen noch nur materiellem Reichtum ein zufriedenes Leben führen. Um das Leben der Menschen im Osten und Westen in ein Gleichgewicht zu bringen, muss die Methode zur Entwicklung eines ausgewogenen Lebens angewandt werden. — Paramhansa Yogananda, 1926, East-West Magazine

 

Während seines Lebens legte Paramhansa Yogananda großen Wert darauf, die besten Aspekte des Ostens wie des Westens zu vereinen. In den Westen brachte er die spirituellen Werte, wie sie seit ewigen Zeiten in Indien praktiziert werden. Und nach Indien hoffte er, das praktische "Know How" des Westens zu bringen. Sein direkter Schüler Swami Kriyananda lebt, nachdem er sieben auf spirituellen Idealen basierende Gemeinschaften in Amerika und Europa gegründet hat, seit einem Jahr in Indien, wo er der im Aufstieg befindlichen, materiell bewussten Gesellschaft Indiens ein erneuertes Gefühl der spirituellen Werte als Basis des materiellen Erfolgs bringen möchte. Seine Fernsehvorträge werden täglich auf zwei TV-Kanälen ausgesendet, und er schreibt an einem Kurs mit 26 Lektionen zum Thema: "Materieller Erfolg durch Prinzipien des Yoga". Wir freuen uns, einige dieser Gedanken mit euch teilen zu können.

Das Gesetz des Karma im Geschäftsleben

Das Gesetz des Karma verlangt, dass jeglicher Nutzen, den man empfängt, auf irgendeine Weise zurückgegeben wird. Eine Möglichkeit, wie Sri Yukteswar empfahl, besteht darin: "dankbaren Dienst zu leisten." Was immer ein Mensch oder eine Nation anderen an Gutem tut, bringt rückwirkend eine Erweiterung an Bewusstsein, eine Erweiterung an Sympathie, Verständnis und Erfolg. Wenn einer einem anderen hilft, zu Wohlstand zu kommen, zieht auch er selbst größeren Wohlstand an. Wenn er anderen hilft, an Verständnis zu wachsen, sieht er, dass auch er selbst ein tieferes Verständnis erlangt. Wenn einer anderen hilft, spirituell zu wachsen, bringt ihn diese Handlung selbst näher an die spirituelle Erleuchtung. Dieses Gesetz funktioniert unfehlbar.Und so lässt sich vergleichsweise sagen, dass das Schädigen anderer ähnlichen Schaden auf einen selbst zieht.

Arbeite aus deinem Zentrum heraus

Es ist jedoch auch wichtig, dein Leben nicht in hermetische Abteilungen aufzuteilen: Geschäftsleben, persönliches Leben, Familieninteressen, gesellschaftliche Verpflichtungen und spirituelle Praktiken. Du selbst, der du im Zentrum all deiner Aktivitäten stehst, musst als Mensch im Gleichgewicht sein. Alles, was du tust, sollte deine volle Aufmerksamkeit erhalten. Aber versuche immer, gleichzeitig aus deinem Zentrum heraus zu arbeiten. Sei immer in dir zentriert und nie vollständig mit dem identifiziert, das du äußerlich tust. Du bist zwar derjenige, der handelt, aber werde nicht zum Spiegel dessen, was du erreichst. Lass nicht konkurrierende Prioritäten in deinen Geist eintreten, sonst zerstückeln sie dich.

Ich traf vor vielen Jahren in Kanada einen reichen Mann, der auf dem spirituellen Pfad war. "Mein wahres Leben", sagte er zu mir, "beginnt, wenn ich abends von der Arbeit nach Hause zurückkomme, bade, meine Kleidung wechsle und meinen Meditationsraum betrete." Als er das sagte, dachte ich bei mir (ohne dies jedoch auszusprechen): "Wie schade, dass du nicht den meditativen Geist in deine tägliche Arbeit bringst! Auf diese Weise könntest du den ganzen Tag dein ‘wahres Leben’ leben."

Entscheidungen und Kompromisse

Entscheidungen, von denen Menschen sagen, dass sie auf "Prinzipien" basierend getroffen wurden, setzen zu oft Prinzipien mit reinem Nutzen gleich. Im Geschäft wie in der Regierung ist der Kompromiss oft nur eine Frage dessen, auf was sich alle beteiligten Personen als akzeptabel einigen können. Hinsichtlich dessen, was ethisch oder spirituell richtig wäre, wird die Frage ernst. Bedauerlicherweise ist dies oft die schwierigste aller Fragen, die es zu lösen gilt.

Und wiederum glücklicherweise, betreffen uns hier diese schwierigen Fragen hoher Prinzipien nur selten. Normalerweise sind Prinzipien, wenn es um geschäftliche, politische oder familiäre Situationen geht, nicht spiritueller sondern nur menschlicher Natur. Solche Situationen schreien manchmal nach einem Kompromiss, aber die Punkte, um die es geht, sind nicht absolut. Sie zeigen eher einen Mangel an Harmonie oder größerer Zuneigung an.

Nehmen wir an, eine geschäftliche Entscheidung bringt einen Erwerb an Reichtum für einige, aber einen Verlust an Freiheit und Würde für andere: Zu Gunsten einiger weniger auf Kosten vieler zu entscheiden wäre charakterlos. Eine Entscheidung, die auf dem Wahrnehmen von Eigeninteresse basiert, aber wahrscheinlich Feinde schafft, ist fast immer charakterlos. Eine Entscheidung, die vom organisatorischen Standpunkt aus vollkommen vernünftig aussieht, aber sicherlich anderen Schaden bringt, sollte daher als konträr zu richtigen Prinzipien stehend, zurückgewiesen werden. Richtige Entscheidungen zu treffen, ist oft mit Schwierigkeiten verbunden.

Menschen sind wichtiger als Dinge

SManchmal steht eine rein menschliche Erwägung auf dem Spiel. Vor Jahren hatte ein Mitglied von Ananda Village beschlossen, die Gemeinschaft zu verlassen. Die Vergütung, die er für sein Haus verlangte, war höher als der Rest der Gemeinschaft für gerechtfertigt hielt. In diesem Fall hatte die Mehrheit ganz klar Recht. Dieser Mann hatte zugegebenerweise so viele Arbeitsstunden in den Hausbau gesteckt, wie er angab. Aber die Anzahl der Stunden entsprach nicht der handwerklichen Qualität. Warum, so fragte sich der Rest der Gemeinschaft, sollten sie die Kosten seiner Unzulänglichkeit tragen? Besonders unser Buchhalter argumentierte, dass der Wert des Hauses gemäß einem exakten Standard bestimmt werden müsse. Und natürlich hatte er Recht darin. Aber bisher war kein solcher Standard gesetzt worden. Der Buchhalter schloss sein Argument mit den Worten: "Es geht hier ums Prinzip." Wiederum wahr. Das Prinzip, auf das sich der Buchhalter bezog, war, dass ein Nachgeben einen gefährlichen Präzedenzfall schaffen könnte.

Ich wählte jedoch eine andere Denkweise. Ich gab zu, dass seine Denkweise sowohl richtig als auch vernünftig sei und sagte: "Aber ist es nicht auch ein wichtiges Prinzip, mitfühlend zu sein?"

Dies brachte eine andere, wenn auch wenig geschäftliche Dimension in die Diskussion. Aus Gründen, auf die ich hier nicht eingehen möchte, war in diesem Fall das Mitgefühl wichtig. Jeder akzeptierte meine Meinung und erkannte mit der Zeit, dass diese Entscheidung für eine spirituelle Familie die richtige war. Als Präzedenzfall hat uns die Entscheidung nie geschadet. Sie half eher denen, die später kamen, zu sehen, dass es unser Weg ist, unser Bestes zu tun, um unseren grundlegenden Prinzipien zu folgen und dass "Menschen wichtiger als Dinge sind". In diesem Fall hat unsere Entscheidung die grundlegende Tatsache unterstrichen, dass Ananda auf humanitären und nicht nur monetären Prinzipien basiert.


 
  
 
  

 

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