
Was hat Ernährung mit Spiritualität zu tun?
Anfang der zwanziger Jahre reiste Paramhansa Yogananda von Indien nach Amerika, um den Suchern im Westen die dringend benötigten Lehren der Selbst-Verwirklichung zu bringen. Ein zentrales Anliegen seiner Mission war es, danach durstende Seelen in die antike Technik des Kriya Yoga einzuweihen; doch seine Ansprachen gingen weit über Meditation und spirituelle Techniken hinaus und berührten jeden Aspekt unseres Lebens.
Der Grund dafür ist einfach und praktisch: Yogananda sagt, dass der Mensch, in Essenz nur Seele, aber doch ein Wesen auf drei Ebenen ist. Und alle drei Aspekte unserer Natur — physisch, psychisch und spirituell — müssen sich harmonisch entwickeln, damit wir die Selbst-Verwirklichung erreichen können. Auch wenn wir täglich mehrere Stunden Meditation und andere spirituelle Übungen betreiben, werden wir spirituell nur langsam vorankommen, wenn unser physisches oder psychisches Dasein vernachlässigt wird.
Für unsere körperliche Entwicklung legte uns Yogananda eine ausgewogene, gesunde vegetarische Diät nahe, unterstützt von reichlich körperlicher Betätigung, frischer Luft und Sonnenschein. Wie wichtig die richtige Ernährung in den Lehren von Yogananda wirklich war, ist bis heute selbst vielen Devotees, die ihm über Jahre gefolgt sind, weithin unbekannt. Nur um uns eine gewisse Vorstellung zu geben: Jede von Yoganandas Praecepta-Lektionen (wöchentliche Korrespondenz zur Unterweisung seiner Studenten in der Lehre der Selbst-Verwirklichung) beinhaltet ein Kapitel über Gesundheit und Ernährung mit mehreren von ihm kreïerten, schmackhaften Kochrezepten. (Ja, Yogananda war ein hervorragender Koch und kochte leidenschaftlich gern für seine Familie und seine Schüler!). In seinen Lektionen wies er auf die Wichtigkeit hin, den Körper-PH-Wert basisch zu halten und auf die negative Wirkung von zu vielen Kohlehydraten. Er sprach über das Fasten und Entschlacken und die Wichtigkeit der Darmreinigung sowie über den gesundheitlichen Wert bestimmter Nahrungsmittel.
Laut Yogananda besteht eine ausgewogene Ernährung aus reichlich frischem Obst und Gemüse, des weiteren aus einer Reihe von Getreiden, Nüssen, Samen, Bohnen und anderen nahrhaften Zutaten aus dem Garten von Mutter Natur. Gesunde vegetarische Kost braucht nicht langweilig oder fade schmecken: Die Gerichte von Ananda sind dafür der lebende Beweis! Jedes Jahr genießen tausende zufriedener Gäste und Gemeinschaftsmitglieder das leckere Essen, das von unserer Küche zubereitet wird. “Cooking with Ananda”, eine Zusammenstellung von über 200 Ananda- Kochrezepten (wird in Kürze mit einem ebenso umfangreichen theoretischen Teil über richtige Ernährung veröffentlicht), ist unser Versuch, denjenigen zu helfen, die mit der gleichen Kreativität bei sich zu Hause ausgewogene und schmackhafte Mahlzeiten zubereiten wollen. Für diejenigen, die einfach nur beim Zuschauen ein wenig dazu lernen wollen, bieten wir aber auch Wochenend-Kochkurse, an.
Yogananda hebt die Wichtigkeit guter Ernährung für körperliche Gesundheit hervor. Außerdem lehrt die Philosophie des Yoga, dass unser Essen einen direkten Einfluss auf die Art unserer Gedanken und folglich unserer Handlungen und Verhaltensweisen hat. Einige Speisen fördern reine, positive und ausgewogene Gedanken und Gefühle; andere führen zu Ruhelosigkeit, Hyperaktivität und Abhängigkeiten; und weitere begünstigen Faulheit, Verbohrtheit, Trotz und die Unfähigkeit zum Nachdenken. Wenn wir die Speisen zu uns nehmen, die den Geist beruhigen und uns helfen, die natürlichen Eigenschaften unserer Seele widerzuspiegeln, dann besitzen wir ein wirksames Mittel zu unserer spirituellen Entwicklung. Darauf kommen wir in unserem Wochenend-Kochkurs zu sprechen “Richtige Kost für Yogis und Meditierende”, und auch im theoretischen Teil der erweiterten Ausgabe von “Cooking with Ananda”.
Die gute Nachricht ist, dass körperlich gesundheitsfördernde Nahrung sich im Allgemeinen auch beruhigend und positiv auf den Geist auswirkt, d.h.: Wir brauchen nicht zwei neue Ernährungweisen lernen, sondern nur eine! Die von Yogananda vorgeschlagene Diät bringt tatsächlich Geist und Körper zusammen!
“Ein allwissender Schöpfer hat alle Kräuter, Früchte, Beeren und Gemüse mit einem bestimmten Zweck ins Leben gerufen, und wir sollten – im Bemühen, die Entfaltung unseres Geistigen Seins zu erreichen – diesen einfachen (nichts desto weniger wichtigen) ersten Schritt nicht übergehen, damit wir unser körperliches Zuhause in Ordnung bringen können.” — Paramhansa Yogananda
“Die richtige Ernährung ist notwending, um sowohl den richtigen Geist als auch den richtigen Körper zu bilden. Alle Speisen haben eine Beziehung zum Geist.” — Paramhansa Yogananda