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Mahiya und Christina
Interview mit Mahiya (Zoé) und Christina
Das Geheimnis des schmackhaften Essens in Ananda liegt in der freudigen Zusammenarbeit eines Teams von leidenschaftlichen und hingebungsvollen Köchen. Jeder bringt seine eigene Art in das Essen, das er bereitet.
Wir wollen von Christina, der Hauptköchin in der Anandaküche und von Mahiya, Authorin des Buchs “Kochen mit Ananda”, über ihre Erfahrungen sprechen.
Wie lange kochst du schon? Kannst du uns etwas über deine Erfahrungen mitteilen?
Christina: Meine Kocherfahrungen begannen im Ashram von Sathya Sai Baba in Indien. Ganz plötzlich, wegen einem Mangel an Köchen, fand ich mich in der Verantwortung für Hunderte von Menschen zu kochen, Mittag- und Abendessen, und das 7 Tage die Woche. Und dazu hatte ich kaum Wissen über die indischen Gemüse. Aber "Gott sei dank" lief alles gut.
In dieser Zeit studierte ich auch die großen indischen Meister und die Heiligen Schriften, um herauszufinden, welche Nahrung uns beim spirituellen Erwachen und uns mit unserer Gesundheit helfen kann. Ich probierte alles an mir aus und bekam dadurch Erfahrung.
Mahiya: Ungefähr vor 5 Jahren begann ich mich in Ananda Village in Kalifornien für das Kochen zu interessieren. Es war eine einmalige und sehr interessante Erfahrung, ähnlich der Christinas. Ich sollte 3 Monate in der Küche mithelfen, als plötzlich beide Köche krank wurden und ich aufeinmal zur Hauptköchin avanzierte, die für 60 Menschen kochen sollte. Am Anfang war es ein Schock; doch dann akzeptierte ich die Herausforderung und, unterstützt von den Verantwortlichen des Zentrums und einem Kochbuch schaffte ich es. Ab dann ging alles gut.
Als ich nach Ananda Assisi kam, hatte ich also schon etwas Erfahrung gesammelt. Doch neue Herausforderungen erwarteten mich. Ich war so weit, einem Kochbuch zu vertrauen, um mir bei den italienischen Gerichten zu helfen, aber da war keins. Die Rezepte entstanden aus der kreativen Erfahrung der Köche, und nach einiger Zeit lernte ich wirklich zu kochen und kreativ zu sein. Ich lernte auch, welche Lebensmittel mit welchen Gewürzen gemischt werden können und welche Geschmäcker dabei herauskommen.
Hier in Ananda Assisi essen wir selten zweimal dasselbe, weil jedes Gericht aus der intuitiven Erfahrung des Koches neu kreïert wird, anstatt einem Rezept zu folgen.
Was hat dich zum Verfassen von Kochen mit Ananda inspiriert?
Mahiya: Am Anfang waren es die andauernden Nachfragen der Gäste. In der Küche erscheint immmer wieder jemand an der Tür, macht Komplimente oder will unbedingt ein Rezept haben oder will Brot für die Familie mit nachhause nehmen. Einige fragten uns: “Warum macht ihr kein Kochbuch?- Jeder würde es kaufen.” Wir antworteten: ”Das ist eine großartige Idee! Vielleicht später einmal.” Aber wir kamen nie dazu. Nachdem das Ganze über Jahre so weiter ging, stellte ich fest, wenn ich es nicht machen würde, würde es keiner tun. Ich bin sehr organisiert und genau im Abmessenund Notieren von Zutaten. Und so fing ich an!
Am Anfang habe ich auf den ersten Seiten des Buches ein wenig über Theorie geschrieben, aber meine Hauptaufgabe war es, Rezepte zusammenzustellen. Als das Buch schon einige Fortschritte gemacht hatte, las Tejindra, ein Freund von mir, die erste Version. Er mochte die Rezepte, aber war besonders hingerissen von der Theorie (die Yoganandas Lehren zur Ernährung klar umriss): Und er bestärkte mich, mehr darüber zu schreiben. Ich dachte, er hatte Recht. Das Ergebnis davon war, dass /Kochen mit Ananda/ eine Transformation von einem Rezeptebuch zu einem wahren Anleitungsbuch durchmachte, das uns Schritt für Schritt durch die Grundprinzipien einer gesunden, spirituellen Nahrung führt und uns hilft, unsere ungesunden Ernährungsgewohnheiten zu ändern. Auch wenn jetzt nur die Rezepte erhältlich sind, wird /Kochen mit Ananda/ bald in all seiner Pracht von Ananda Edizioni publiziert (z. Zt. übersetzt Cristina vom Englischen in Italienische).
Es ist für uns eine große Freude, euch dieses Buch zu präsentieren, denn wir setzen uns sehr dafür ein, gesunde und zur selben Zeit schmackhafte Mahlzeiten zu kochen. Wir konzentiereren uns vor allem auf die Schwingungen des Essens.
Sind Schwingungen sehr wichtig?
Christina: Ja das sind sie. Nicht jeder weiß, dass Essen nicht nur unseren physischen Körper beeinflusst, sondern auch unseren Verstand und unsere Emotionen. Tatsächlich werden die feineren Anteile zu Gedanken. Deshalb hilft uns das richtige Essen, den Verstand und die negativen Anteile unserer Persönlichkeit zu reinigen. Auch ist es wichtig, wer das Essen kocht, denn die Schwingung dieser Person beeinflussen das Essen und somit jeden, der es isst. Es gibt viele spirituelle Aspekte des Essens, die wir im Westen ignorieren, die aber noch im Orient, speziell in Indien, bekannt sind.
Mahiya: Schwingungen sind wesentlich! Ein ganzer Abschnitt des /Kochen mit Ananda/ ist diesem Thema gewidmet. Wir möchten, dass die Leser nicht nur lernen gut zu kochen, sondern auch, was wichtig ist, auf spirituelle Weise zu kochen.
Wir leben in einem neuen Zeitalter in dem unsere physischen und energetischen Körper sehr sensibel auf die Energie um uns herum reagieren. Wir werden sehr stark durch das Essen, was wir aufnehmen, beeinflusst, denn es wird ein Teil von uns.
Kannst du etwas mehr über den Inhalt des Buches sagen?
Mahiya: Paramhansa Yogananda sprach und schrieb ausführlich über die Wichtigkeit einer guten Ernährung, von einem physischen und spirituellen Standpunkt aus gesehen. In /Kochen mit Ananda/ habe ich die Worte Yoganandas als Ausgangspunkt genommen, seine Ausführungen erklärt und ausgeweitet und mit den neuesten wissenschaftlichen Untersuchungen und meinen eigenen Erfahrungen auf dem Gebiet der Ernährung bereichert.
Kochen mit Ananda ist eigentlich in zwei getrennte Bücher aufgeteilt: Das erste Buch beinhaltet die Theorie und das zweite die Rezepte.
Im Theoriebuch schauen wir uns die physischen Aspekte einer richtigen Ernährung an, aber auch die psychologischen und spirituellen: Themen die im Westen nicht sehr bekannt sind, aber in Indien so natürlich sind, wie für uns die Schwerkraft. Es behandelt auch Themen wie Fasten, spezielle Ernährungsformen und die Colonhydrotherapie. Auch sind inspirierende Geschichten von Ananda-Mitgliedern darin enthalten.
Das Rezeptbuch beinhaltet nicht nur über 200 Ananda-Rezepte und über 50 Rezepte von Swami Kriyananda und Yogananda, sondern hat auch eine ganze Abteilung mit praktischen Vorschlägen, z.B. wie man seine Küche ausstattet, wie man Sprossen keimt, die beste Art Gemüse zu schneiden und Hülsenfrüchte und Getreide zu kochen.
Einigen Menschen ist eine richtige Ernährung nicht wichtig und sie denken oft, dass 'gesundes' Essen nicht sehr lecker ist.
Christina: Das ist wahr, dass denken viele Menschen. Wenn ihr Gaumen sehr an gut gewürzte und lang verarbeitete Speisen gewöhnt ist, können sie ihre Fähigkeit für den einfachen und natürlichen Geschmack verlieren. Aber ich versichere dir, es gibt eine Menge gesunder Rezepte, die auch sehr schmackhaft sind. Unsere Erfahrung hier in Ananda ist, dass auch Gäste, die keine vegetarische Diät halten, sehr erfreut und enthusiastisch sind über das Essen, das wir ihnen servieren.
Leider heißt für viele Menschen Essen nur, ihren Gaumen zufrieden zu stellen und ihren Magen zu füllen. Solche Essgewohnheiten führen zu schlechten Ergebnissen. Mit dem Kochbuch und den Kochkursen, die wir in Ananda anbieten, hoffen wir, den Menschen die Wichtigkeit richtiger Ernährung bewusster zu machen, ohne den Geschmack aufzugeben oder in Extreme zu verfallen.
Kannst du uns etwas über die Kochkurse erzählen?
Christina: Die Kurse, die wir anbieten, sollen den Menschen helfen so zu essen, dass ihre maximale Gesundheit erhalten bleibt. Um das zu tun, müssen wir uns die Ernährung in einem größeren Rahmen anschauen: Die Vitalkraft in uns, wie sie arbeitet und wie sie zu schützen ist, und die Vitalkraft des Essens, die außergewöhnliche Kraft von Rohkost, die Wichtigkeit des Säure-Basen Gleichgewichtes, die ertklassige Kraft von Sprossen, Chlorophyll, frisch gepresste Säfte etc…. Wir nehmen in Bezug auf unsere Gesundheit eine aktive Rolle ein, und nehmen uns den Spruch von Hippokrates zu Herzen: “Machen wir das Essen zu unserer Medizin.” Das heißt, einfache Ideen in die Praxis umzusetzen. Uns macht es große Freude, das, was wir gelernt haben, mit anderen zu teilen.
Ich habe gehört, dass ihr kürzlich einen Kochkurs in Jesi gegeben habt.
Christina: Ja wir sind losgefahren, um außerhalb zu unterrichten. Es gibt immer mehr Menschen, die am Vegetarismus interessiert sind. Und wer weiß, vielleicht hängt das auch mit den Problemen von Nahrungmittel-Skandalen zusammen (verseuchte Rinder, schlechte Eier usw.) oder einfach, das sie feinfühliger werden für Nahrung, die in Harmonie mit der Natur ist. Wir gaben unser Wissen mit Freude weiter. Wir hatten zwei Treffen. Im ersten stellten wir ethnische Rezepte aus aller Welt vor. Mahiya wird dir vom zweiten Treffen berichten.
Mahiya: Dies war unser erster Kurs außerhalb Anandas. Wir hatten es mit einer Gruppe Nicht-Vegetarier zu tun, die etwas über vegetarisches Kochen lernen wollten. In Zusammenarbeit mit den Leitern der Anandagruppe in Jesi, Mauro und Graziella, organisierten wir einen kleinen Kurs (12 Stunden).
Für den zweiten Teil wählten wir einige geschmackvolle Gerichte – chinesisches Gemüse, Crepes, Kohlstrudel, einige gesunde Nachtische, Ghee, Seitan und Joghurt – und zeigten, wie man sie zubereitet. Und ich muss sagen, es war ein großer Erfolg.
Was sind eure nächsten Projekte?
Christina: Wenn ich in einen Supermarkt gehe oder auch in private Wohnungen, stelle ich mit Bedauern fest, dass viele Menschen den Spaß am Kochen verloren haben. Die Einkaufswagen und die Regale sind gefüllt mit vorbereitetem Essen (vorgekocht, gefroren, fertiges Essen für dir Mikrowelle). Die Menschen sind so in Eile, dass Kochen nicht länger als notwendig erachtet wird. Das kann für den Einzelnen, der sich so ernährt, schwerwiegende Folgen für die Gesundheit und den Verstand haben.
Die Kochkurse in Ananda helfen den Menschen nicht nur bewusster zu essen, sondern regen sie auch dazu an, mehr Freude in der Küche zu haben, z.B. schöne Schürzen beim Backen, usw. Menschen, die an den Kursen teilgenommen haben, verlassen Ananda voller Enthusiasmus und mit dem Wunsch, gesundes Kochen zu einem Teil ihres täglichen Lebens zu machen. Diesen Dienst für die Menschen weiter zu verfolgen ist sicher einer unserer wichtigsten Zukunftsprojekte.
Siehe hierzu auch:
Vegetarischer Kochkurs in Ananda
Was hat Essen mit Spiritualität zu tun?
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